HONDURAS

Für Centralamerika-Reisende ist Honduras häufig nur preisgünstige Durchreisestation zwischen Guatemala und Nicaragua. Wer Honduras direkt ansteuert, will meist zu einer der größten und besterhaltenen Ruinenstätten Centralamerikas bei Copan - oder strebt in Richtung "Tauchparadies" Islas de Bahia.

Im Blick der Weltöffentlichkeit war Honduras insbesondere in den 1980er Jahren, als die USA das Land als militärischen Stütz- und Kontrollpunkt für Centralamerika nutzten. Die US-Regierung unterstützte Söldner und die Nationalgarden des in Nicaragua gestürzten Diktators Somoza - die "Contras" - bei ihrem Versuch, Nicaragua von Honduras aus rückzuerobern. Darüber hinaus organisierten sie vor Ort Trainingslager für Salvadoreno-Militärs. 12.000 Contras sollen von Honduras aus agiert haben!

Aber auch durch Naturkatastrophen rutschte Honduras ins Blickfeld: Nachdem Wirbelsturm "Fifi" 1974 bereits 10.000 Tote gefordert hatte, verwüstete Hurrikan "Mitch" 1998 erneut das Land: Er fräste einen breiten toten Streifen in Honduras' Hauptstadt Tegucigalpa, zerstörte Landstriche und bis zu 70% der Bananen- und Kaffeeplantagen - und forderte weitere 5.500 Menschenleben.

Und sonst?

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde Honduras zur Bananenrepublik. Bananen - später auch Kaffee - wurden zu den bedeutendsten Ausfuhrprodukten. Fast drei Viertel der Bananenplantagen sollen in der ersten Hälfte des 20. Jhts. Eigentum US-amerikanischer Konzerne (u.a. United Fruit) gewesen sein, die ihre Wirtschaftsmacht zugunsten ihren Interessen zu nutzen wussten.

Im Gegensatz zu seinen drei Nachbarländern Nicaragua, El Salvador und Guatemala gab es in Honduras keine Revolution oder Bürgerkriege - aber zahlreiche Militärputsche. Das Land hat seit seiner Unabhängigkeit von Spanien, England, Mexico - und seiner Ablösung vom centralamerikanischen Staatenbund 1938 - viele Militärregierungen kommen und gehen sehen. Seit 1982 ist das Land eine Präsidialdemokratie.


Zahlen und Fakten

Honduras ist heute nach Haiti und Nicaragua das drittärmste Land Lateinamerikas. Eine vor zwei Jahren erstellte Studie ergab, dass über zwei Drittel der Honduraner/innen unter der Armutsgrenze leben, über ein Viertel der Bevölkerung Analphabet/innen sind und über ein Viertel arbeitslos ist.

Honduras ist mit 112.000 qkm fast sechsmal größer als El Salvador (oder Hessen), hat aber mit 6,7 Mio. Einwohner/innen eine ähnlich große Bevölkerungszahl wie diese beiden.

Eine weitere Million Honduraner/innen lebt im Ausland - überwiegend in den USA - und trägt von dort aus mit Überweisungen (2003: etwa 880 Mio. USD) entscheidend zur honduranischen Wirtschaft bei.

HIV/AIDS ist in Honduras extrem verbreitet. Aber auch Chagas, Cholera, Denguefieber, Hepatitis und Malaria treiben ihr Unwesen.

Die Pflanzen- und Artenvielfalt von Honduras ist noch außergewöhnlich hoch. Es beherbergt in der nordöstlichen Mosquitia den größten fast unberührten zusammenhängenden Regenwald Zentralamerikas. Und das Korallenriff-Ökosystem, das sich von Belize aus an der Nordküste entlangreckt, ist das weltweit zweitgrößte seiner Art. Aber beide Naturschönheiten sind durch Menschen (Rodung, Überfischung, Tauchtourismus...) stark gefährdet. Sollten weiterhin jährlich etwa 3.000 qkm abgeholzt werden, wird Honduras, Prognosen zufolge, in etwa 20 Jahren zur Wüste.


Zu meinen Reiseberichten

Zunächst hab ich Anfang Januar 2004 auf dem Weg nach El Salvador einige Tage in Honduras' Hauptstadt Tegucigalpa verbracht... Wenige Wochen - und einen lädierten Fuss - später kehrte ich dann nach Honduras zurück. Nach einem ungewollt verlängerten Aufenthalt im Städtchen Copan mit seinen eindrucksvollen Maya-Ruinen-Städten und seinen Apotheken zog ich weiter an die Nordküste. Karibikstrände Mosquitia und Heimat der schwarzhäutigen Garifuna.

Die meiste Zeit in diesem Land habe ich mich in dem sandigen Garifuna-Örtchen Triunfo de la Cruz bei Tela aufgehalten... und auf der "Isla de Bahia" Utila, wo ich - wie fast alle Touris dort - tauchen lernte. Beide Orte sind sehr gegensätzlich -Welten für sich.

Vor meiner Weiterreise nach Livingston in Guatemala hab ich noch einen Abstecher nach Omoa mit seinem gut erhaltenen Fort gemacht... Ohne meine gesundheitlichen Handicaps hätte ich mir sicher mehr Orte dieses Landes angeschaut... es gibt so viel zu entdecken!

Kommt mit auf die Reise!

  • Honduras und Hauptstadt Tegucigalpa - 01.02.2004 (17)
  • Copan und seine Ruinen - 10.05.2004 (20)
  • Tauchabenteuer auf Utila - 12.05.2004 (21)
  • Adios Utila - Triunfo de Garifuna... und Omoa! - 17.05.2004 (22)
  • Viel Spass beim Lesen!

    Honduras im Überblick
    Honduras mit Islas Bahia